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Im Auge des Tigers? ? ?
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Im Auge des Tigers (Gebundene Ausgabe) Wo ist nur der Tom Clancy geblieben den ich kannte? Dieses neueste Werk kann wohl nur als direkte Folge des 11.9. gesehen werden und bleibt hoffentlich ein Ausrutscher. Tom Clancy läßt, ganz im Gegensatz zu seinen bisherigen Werken, eine private Geheimdienstorganisation, die sich ihre Informationen auf illegale Weise von amerikanischen Geheimdiensten beschafft, auf Terroristenjagd gehen. Ziel dieser Jagd ist es jedoch nicht, der Terroristen habhaft zu werden, sondern diese durch ein gleichfalls illegales Mörderkommando zu beseitigen. Clancy hat seinen bisherigen Pfad, in dem die U.S.A. eindeutig die "guten" sind und dementsprechend rechtlich und moralisch einwandfrei agieren, in einem Anfall unüberdachten Patriotismus verlassen, um nun gedungene Meuchelmörder als Henker, die über dem Gesetz stehen gen Europa zu schicken, wo sie mal so richtig aufräumen.
Abgesehen von der moralischen Fragwürdigkeit der Handlung ist die gesamte Geschichte in einer für Clancy unüblich primitiven Weise geschrieben. Die Hauptakteure dieses Werkes sind (wundersamerweise) allesamt miteinander (und mit Jack Ryan Senior) verwandt, Ryan Junior zitiert praktisch jedesmal wenn er in Erscheinung tritt seinen Vater und Clancy scheint, wenngleich zwei seiner Akteuere auch (wie oft genug erwähnt wird) Automobile deutscher Bauart fahren, regelrecht davon besessen, Europa schlechtzumachen und deutet gar Verschwörungen gegen die U.S.A. an.
In ungewohnter Arroganz und unbändigem, blindem Patriotismus geschrieben, hat mich dieses Buch zutiefst enttäuscht. Wer gerne Clancy liest sollte sich diese Enttäuschung ersparen, denn dieses Werk ist seinen Vorgängern in keinster Weise ebenbürtig.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 23. Dezember 2003 |